„Woven nature“

Craft Design

Biophilic Design im Studiengang Craft Design 

Das Freie Projekt im 5. Semester im Studiengang Craft Design B.A. stand unter dem Dachthema „Biophilic Design“. „Biophilie“ meint die „Liebe zum Lebendigen“ und beschreibt unsere uns angeborene Zuneigung zur Natur. Durch die Implementierung von natürlichen Strukturen, Materialien und Farben werden in urbanen und privaten Räumen im Produktdesign, in der Architektur und Innenarchitektur eine Verbindung zur Natur und Gesundheit geschaffen. Das Biophilic Design kann mentale Fähigkeiten, Intelligenz, Kreativität, Heilungsprozesse und somit auch soziale Faktoren verbessern. 

 

Das Ziel des Projektes bei Dozentin Karina Michaelis war es, neue und interessante Oberflächenerzeugnisse durch natürliche Materialien und traditionelle Webtechnik zu erschaffen und diese in einen Produktentwurf zu überführen. Die Produktgestaltung sollte anhand eines zeichnerischen Vorprozesses, einer CAD-Konstruktion und Visualisierung, einem 3D gedrucktem 1:10 Modell und einem abschließenden Logoentwurf dargestellt und begründet werden. 

 

Zu Beginn des Projektes führte Frau Eva Zimmerbeutel von EFFI Home couture die Craft Design Studierenden in die traditionelle Webtechnik ein und erläuterte die Zusammenhänge von Materialität, Design und Biophilie. In dem ganztägigen Workshop „Woven nature“ entstanden Webproben mit interessanten Oberflächenbeschaffenheiten aus unterschiedlichsten Materialien wie Kiwiblättern, Gräsern, Federn, Leder, Furniere und diversen Wollgarnen. Bewusst stand die Methode des „Recyclings“ und „Upcyclings“ im Mittelpunkt des Workshops. Unsere Fragen, die im Designprozess behandelt wurden: „Wo können gewebte (Ober)flächen eingesetzt werden? Verbinden oder trennen diese etwas? Lassen sie Licht oder Luft durch? Halten sie warm oder sind sie kühlend? Erregen sie Aufmerksamkeit oder sind sie eher beruhigend?“ 

 

Das Weben bietet als traditionelle Handwerkstechnik neue Inspirationen für eine moderne Gestaltung. Die Ergebnisse der Craft Design Studierenden zeigen anschaulich, wie die Integration von Natur in die Produktgestaltung gelingt: Die Sound cubes von Student Florian Drong überzeugen durch ein zeitgemäßes, transportables Design und ermöglichen differenzierte Soundeffekte durch die unterschiedlichen Webstrukturen. Die Lampenkollektion VEVD (aus dem Norwegischem: „gewoben“) von Studentin Katrin Beckmeier besticht durch die klare Formensprache. Durch wechselbare Außenringe des Leuchtfußes und des Oberflächengewebes des Lampenschirmes ermöglicht diese Produktlinie eine individuelle Anpassung an Räumlichkeiten, persönliche Stimmungen und gesellschaftliche Situationen. Und Craft Design Student Lucas Kuhn präsentierte seinen Room divider. Immer kleiner werdende Wohnungen und der damit einhergehende Platzmangel verlangen nach kreativen Lösungen der Raumtrennung und Raumaufteilung. Die Konstruktion des Raumtrenners besteht aus geometrischen Öffnungen. Diese ermöglichen es, einzelne Flächen oder die gesamte Breite und Höhe mit Weboberflächen zu bespannen und die Blick- und Schalldichte des Objektes individuell zu bestimmen.  

 

Der Wirkungszusammenhang von Natur, Design und Umfeld gewinnt in unserer schnelllebigen Zeit der Digitalisierung und Technologisierung an Bedeutung; dies verlangt nach einer intensiven theoretischen und praktischen Auseinandersetzung in den gestalterischen Studiengängen und bietet in dem projektorientierten Studium Craft Design unseren Studierenden die Möglichkeit, neue Wege des Design zu erkunden. 

Webrahmen mit Projekt und eingewebten Blättern

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