MindDiver

Designprozesse I
von Alexander Auffermann

Zielsetzung ist die Entwicklung von Ideen und visuellen Konzepten zur gestalterischen Form eines Arbeitsplatzes für Maschinenführer. Berücksichtigt werden dabei zukünftige Computer-Gehirn-Schnittstellen. Es werden die verschiedenen Elemente, Kanäle sowie Realitäten holistisch im Konzept verbunden, um dem menschlichen Geist durch die Gestaltung Halt und Orientierung zu ermöglichen. Der Arbeitsplatz umfasst Kleidung, Raum und Stuhl des Piloten, das visuelle Interface und Teile der Maschine.

Die Verschmelzung von Mensch und Maschine als kybernetische Einheit wird auch in Zukunft weiter voranschreiten. Nach aktuellen Forschungen, wie die des deutschen Neuro-Philosophen Prof. Dr. Thomas Metzinger, werden wir in naher Zukunft in der Lage sein, mit unserem Geist und unter Ausnutzung bzw. Erweiterung des Gefühls der Meinigkeit, Maschinen und Anlagen zu führen. Unter dem Gefühl der Meinigkeit versteht man im Allgemeinen das Gefühl/Wissen, über einen Körper, Bewusstsein und eine Biografie zu verfügen. Das alles wird mit dem Zentrum, dem Phänomen des Ichs zusammengebracht, einer Integrationsleistung des Gehirns. Nach Amputation eines Gliedmaßes gibt es z.B. nicht selten Fälle von Menschen, bei welchen das verlorene Körperteil starke Schmerzen verursacht.

Dank der (erst) 1996 erfunden Spiegeltherapie von Vilayanur S. Ramachandran war es möglich, unter Ausnutzung des visuellen Feedbacks der Spiegelung, die Schmerzen zu lindern. Das Körperschema, auch Homunculus genannt, ist seit den 1950er Jahren bekannt. Nun ist es den Forschern gelungen, ausgehend von dem Phänomen des Homunculus, der Kartierung des Körpers im Gehirn, eine Gummihand via visuellem Feedback temporär in die Meinigkeit eines Probanden einzupflanzen.

Später folgten Ganzkörper-Illusionen. Diese Ganzkörper-Illusionen kommen sogar ohne jegliche Deckung mit dem menschlichen Körper aus, dank der enormen Flexibilität des menschlichen Geistes. Somit ist das Fundament für eine zukünftige User-Experience gelegt, sie wird direkt durch das Bewusstsein fließen – ohne Endgeräte. Wie der menschliche Geist auf derartige Konzepte und Vorgänge reagiert, bleibt abzuwarten. Doch das Design kann maßgeblich zum Gelingen beitragen. Wenn es durch Design gelingt, die unterschiedlichen Elemente aus Mensch,

Arbeitsplatz und Maschine sowie Interface als Einheit zu gestalten und somit zu verbinden, dürfte es dem menschlichen Geist zumindest leichter fallen, sich den neuen Aufgaben zu stellen. So wie in der Vergangenheit Maschinenführer und Maschinen und heute ganze Firmen und ihre Mitarbeiter durch eine Corporate Identity zu einer Einheit geformt werden, wird dies auch für die Computer-Gehirn-Schnittstellen der Zukunft gelten. Die Gestaltung zeugt davon wie der Mensch als Organ in einem neuen Organismus aufgehen wird.

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